Bäume gegen die Dürre – Klimaschutz im Bezirk Nahre Shahi Nordafghanistan
Der Klimawandel trifft Afghanistan besonders hart. Vor allem im Norden des Landes verschärfen sinkende Niederschläge, wiederkehrende Dürren und der Verlust von Vegetation die ohnehin angespannte ökologische und soziale Lage. Im Bezirk Nahre Shahi in der Provinz Balkh, einer peri-urbanen Region rund um Mazar-e-Sharif, sind diese Folgen deutlich spürbar: Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch, fruchtbare Böden erodieren und Staubstürme beeinträchtigen zunehmend die Gesundheit der Bevölkerung.
Um diesen Entwicklungen konkret entgegenzuwirken, startet Ein Herz für Afghanistan im Januar 2026 das Projekt „Bäume gegen die Dürre im Bezirk Nahre Shahi, Provinz Balkh (Nordafghanistan)“. Das Projekt wird mit 7.500 Euro aus der GLS Klimaspende finanziert und hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. Über die Fortschritte und Ergebnisse werden wir regelmäßig berichten.
Ziel des Projekts ist es, degradierte und ausgetrocknete Flächen ökologisch aufzuwerten und die Klimaresilienz der Region nachhaltig zu stärken. Auf einer Fläche von rund 100 Hektar sollen 2.500 dürreresistente Bäume gepflanzt werden. Zum Einsatz kommen standortangepasste Arten wie Haloxylon, Senjed (Oleaster) und Pistazienbäume, die mit extremen Trockenbedingungen umgehen können und zugleich einen hohen ökologischen Nutzen haben.

Die Aufforstung leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Bodenerosion, zur Reduzierung von Staubstürmen und zur Verbesserung der Wasserinfiltration. Gleichzeitig tragen die Bäume zur CO₂-Bindung bei und verbessern das lokale Mikroklima. Langfristig kann die neu geschaffene Vegetationsdecke die Umgebungstemperatur um durchschnittlich zwei bis drei Grad Celsius senken und die Luftqualität deutlich erhöhen.
Zu Beginn des Projekts werden geeignete Pflanzflächen ausgewählt und vorbereitet. Für die kritische Anfangsphase der Bäume wird ein Tankbewässerungssystem eingerichtet, um eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen. Parallel dazu werden fünf lokale Landwirte in Pflanz-, Pflege- und Bewässerungsmethoden geschult. Sie übernehmen die fachgerechte Betreuung der Setzlinge während der ersten Vegetationsperiode und fungieren als Multiplikatoren für nachhaltige Umweltpraktiken in der Gemeinde.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einbindung der lokalen Gemeinschaft. Nach Ablauf der zwölf Monate, wenn die Bäume ausreichend verwurzelt sind und weniger intensive Pflege benötigen, geht die Verantwortung für die langfristige Betreuung an lokale Umweltkomitees über. Auch staatliche landwirtschaftliche Stellen werden aktiv in die Überwachung und Erhaltung der Aufforstungsflächen eingebunden.
Die Wirkung des Projekts ist messbar: Langfristig können die 2.500 Bäume 120 bis 150 Tonnen CO₂ binden. Der Boden kann durch verbesserte Infiltration rund 30 Prozent mehr Feuchtigkeit speichern, was zur Stabilisierung der Grundwasservorräte beiträgt. Direkt profitieren 3.000 bis 3.500 Menschen im Projektgebiet, indirekt über 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den angrenzenden Gebieten von Mazar-e-Sharif.
Mit diesem Projekt setzen wir ein konkretes Zeichen für Klimaanpassung, Umweltschutz und Zukunftsperspektiven – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.