Wassermanagement in Kushkol

Kushkol, ein Ortsteil des  Dorfes Jaka Pashi  liegt auf 2.884 m Höhe und besteht aus 26 Haushalten mit einer landwirtschaftlichen Fläche von 10,5 ha. Aufgrund klimatischer Herausforderungen wie starken Temperaturschwankungen, saisonaler Wasserknappheit und zunehmender Bodenerosion ist die Wasserversorgung unzureichend. Das Dorf leidet unter Trockenheit im Sommer, während Überschwemmungen durch Starkregen die Felder zerstören. Zudem sinkt der Grundwasserspiegel, was die Trinkwasserversorgung und die landwirtschaftliche Produktion gefährdet.

Ursprünglich sollte durch die GLS Klimaspende künstliche Eisgletscher (Ice Stupas) mit Hilfe von Acres of Ice angelegt werden, um den im Winter reichlich vorhandenen Schnee für die wasserknappe Zeit im Sommer zu speichern. Allerdings würden die Eis Stupas nach der Schneeschmelze Anfang März nur bis Mai – Juni zusätzliches Wasser liefern. Die Wasserknappheit wird in den Bergdörfern aber erst ab Juli akut.

Zunächst wurde eine Machbarkeitsstudie durch einen Ingenieur und mit den Anwohnern in Jaka Pashi durchgeführt. Sie umfasste:

  • Erhebung von hydrologischen und geologischen Daten,
  • Analyse der bestehenden Wasserquellen und Bewässerungssysteme,
  • Entwicklung technischer Lösungsansätze.

Die Studie bestätigte, dass mit Terrassenanlagen, einem Wasserreservoir und einem Leitungsnetz eine nachhaltige Wasserversorgung möglich ist.

Gabionenmauern

Erstellung eines Terrassensystems zur Wasserspeicherung und Erosionskontrolle. Dazu werden an drei Stellen des Wasserlaufs Gabionemauern aufgestellt. Eine Gabione ist ein dickes Drahtgeflecht, aus dem Behälter hergestellt werden, die dann mit Steinen gefüllt werden. So soll im Winter und im Frühjahr, wenn genügend Wasser vorhanden ist, das Wasser nicht ungenutzt abfließen, sondern dem Grundwasser zugeführt werden. Zusätzlich können die Gabionemauern im Sommer bei starken und übermäßigen Regenfällen als Reservoir dienen und so Überschwemmungen sowie Bodenerosion verhindern.

Pro Gabionemauer werden 67.5 m³ Steine gebraucht. Eine Gabionemauern hat eine Höhe von 3m, eine Dicke unten von 1-2m und eine Länge von 15m.

Leitungen

Von vier Quellen oberhalb des Dorfes werden Leitungen zu einem Wasserreservoir verlegt. In den wasserknappen Monaten im Sommer und Herbst, kann so das Wasser ohne Verdunstung und Versickerung direkt ins Wasserreservoir geleitet werden – auch Nachts. Die Eigentümer der Quellen haben ihr Einverständnis gegeben, dass das Wasser abgeleitet werden kann, da sie dort keine Anbauflächen betreiben. An den Quellen werden kleine Becken (Hoz-Tschak) angelegt und von dort werden die Leitungen unterirdisch bis zum Wasserreservoir verlegt. Entlang der Leitung sind sogenannte „Clean-Out“-Stellen vorgesehen. Falls es zu einer Verstopfung kommt, kann diese dort mit einer Handspirale (Rohrreinigungsspirale) beseitigt werden. Die Verantwortung für die Wartung übernehmen die Bewohner des Ortes. Es wird PE-Rohr DN 40 – 16 Bar verlegt also mit einen Durchmesser von 1 ½“ Zoll (47,8mm). Insgesamt sollen 500 m Rohrverlegt werden. 

 

Reservoir

Ein Wasserreservoir  wird  oberhalb des Dorfes angelegt. Dieses soll als zentrale Wasserquelle für die Trockenzeit dienen und die Wasserversorgung für die Felder sichern.

Ein Ingenieur aus Kabul überwacht die Arbeiten.  Ein Bagger aus Jaka Pashi führt die Aushubarbeiten durch. Arbeiter aus Jaka Pashi sammeln, zerkleinern und transportieren die Steine. Außerdem füllen sie die Gabioneboxen.

Das Projekt ist ein Pilotvorhaben. Es ist das erste Mal, dass in dieser Region versucht wird, die Wasserversorgung mithilfe von Terrassen, Leitungen und Wasserspeichern zu stabilisieren. Inwieweit sich das System bewährt, wird sich im kommenden Jahr zeigen. Dann wird sich herausstellen, ob es einen positiven Einfluss auf den Grundwasserspiegel hat und wie gut das durch die Gebirgsquellen gespeiste Wasserreservoir funktioniert.